Ich erinnere mich, das war wirklich toll
Melanie Thurm
14. April 2026

Der Schaukelstuhlmoment
Wer staunt, lebt. Wer lebt, staunt.
Das klingt nach Kühlschrankmagnet. (ich würde ihn benutzen )Aber dahinter steckt etwas, das uns wirklich antreibt: die Überzeugung, dass es Momente gibt, die man dreißig Jahre später noch beschreiben kann. Mit dem genauen Licht. Der Temperatur. Dem Klang, der gerade gespielt wurde. Und dass diese Momente nicht zufällig entstehen.
Sie entstehen, weil jemand sie gebaut hat.
Das ist unser Beruf. Und der verlangt, dass wir in Dramaturgie denken. In Spannungsbögen- teilweise über mehrere Tage hinweg. Wir fragen uns, an welchem Punkt des Abends ein Mensch bereit ist, sich zu öffnen – und was genau in diesem Moment passieren muss, damit er es tut. Welches Licht. Welche Musik. Was auf dem Tisch steht. Wie das Zimmer riecht, wenn man es betritt. (manches wird auch zum Thema, wenn man eine Location inspiziert und feststellt: so nicht!)
Emotionen lassen sich nicht befehlen. Gänsehaut entsteht nicht auf Knopfdruck. Aber sie entsteht auch nicht aus dem Nichts. Sie entsteht, wenn Wohlbefinden, Belohnung, Zugehörigkeit sich günstig überlagern, so dass der Körper einfach nicht anders kann, als zu reagieren.
Anlässlich eines Firmenjubiläums einer großen Versicherung haben wir einen Zeittunnel gebaut. 30 Meter, von heute zurück bis ins Jahr 1923. Bilder, Töne, echte Menschen in echten Kostümen – eine Frau auf dem Heimtrainer, die die 80er verkörpert, eine Trümmerfrau, die Steine bearbeitet, ein Gauner, der einem mit breitem Grinsen einen dicken Geldpacken in die Hand drückt. Dazwischen historische Toneinspielungen, Filmausschnitte, das Rauschen der Zeit. Und am Ende des Tunnels dann angekommen, an der Tür eines Restaurants von 1923. Die Musik vom Kontrabass, die Kellnerin mit Spitzenhaube und Melitta-Thermoskanne von 1920, der Schuhputzer, der freche Zeitungsjunge, das Essen, die Möbel und Accessoires – alles wie aus der Zeit gefallen. Du stehst da und staunst. Du bist beeindruckt - über die Liebe zum Detail, über diesen Zauber.Ein Raum wie ein Museum – aber zum Entdecken, nicht zum Konsumieren. Das Ziel war: die Gäste sollten nicht ankommen, sondern auftauchen.
Solche Momente befeuern auch unsere Leidenschaft, sie bleiben auch uns im Gedächtnis. Ich nenne es „Payday“ auch wenn es eigentlich nur kleine Momente sind. Die Momente die uns berühren, nach einer Projektplanung von bis zu 2 Jahren.
Natürlich arbeiten wir auch fürs Geld, um den Kühlschrank zu füllen, aber der eigentliche Antrieb ist die Freude! Das spüren. Wenn die Teilnehmer verzückt sind, wenn sie den Moment festhalten wollen, das kindliche Staunen im Gesicht.Das ist unsere eigentliche „Bezahlung“, in jedem Projekt. Ob Incentive, Jubiläum oder Mitarbeiterparty.
Wenn Du dich angesprochen fühlst, und Dir das ebenso wertvoll ist – frag uns an!
Melanie
Über den Autor

Melanie Thurm
Inhaberin & Kreativdirektorin. Visionär, mutig — und das Herz von DAS SCHWARZE SCHAF®.