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Reflexion

Fairantwortungsvoll

Melanie Thurm

Melanie Thurm

20. März 2026

Fairantwortungsvoll

richtig richtig falsch, repeat

Nachhaltigkeit. Dieses Wort. Ich könnte auch gleich aufhören zu schreiben, weil es die meisten schon nach dem zweiten Satz in eine Art Nickmodus versetzt. Überstrapaziert. Zu Tode geritten. Und trotzdem komme ich nicht daran vorbei – weil ich meine, dass hinter dem Wort noch etwas steckt, das es wert ist, angeschaut zu werden. Also nochmal, von vorne. Aber anders als erwartet.

Wir haben uns irgendwann ein eigenes Wort dafür gemacht: fairantwortungsvoll. Selbstgebaut, klingt auch so. Fair gegenüber Mensch und Natur. Verantwortungsvoll im Handeln. Zwei Begriffe, die zusammengehören und trotzdem oft getrennt behandelt werden. Für uns sind sie untrennbar – und sie beschreiben eine Haltung, die bei uns anfängt. Nicht bei unseren Veranstaltungen. Nicht bei unseren Kunden. Bei uns.

Fair - zuerst nach innen

Wir bauen Veranstaltungen für Menschen. Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht. Wer wirklich versteht, was Menschen in einem Raum brauchen, was sie bewegt, was noch dreißig Jahre später hängenbleibt – der muss Menschen kennen.

Wer Menschen kennen will, muss selbst noch Mensch sein dürfen.

Wer hier arbeitet, soll auch ein Leben haben. Familie. Freiraum. Die Möglichkeit, am Abend abzuschalten – weil der Tag zu Ende ist und nicht weil die Kräfte aufgebraucht sind. Wir werden nie behaupten, das perfekt gelöst zu haben. Aber es ist die Richtung, in die wir denken. Und diese Richtung ist keine Sozialleistung und keine HR-Strategie mit schönem Namen. Sie ist Voraussetzung.

Denn nur wer selbst atmen kann, merkt, wenn jemand anderes keine Luft kriegt.

Und wenn man einmal beginnt, so zu denken – der Mensch als Ausgangspunkt, nicht als Ressource –, dann zieht sich das weiter. Dann hört es nicht an der Bürotür auf.

Fair - dann nach außen

2013 haben wir Die BUNTEN SCHAFE e.V. gegründet. Einen Verein, der in Thüringen Kinder und Familien in schwierigen Lebenslagen unterstützt. Schirmherrin ist Kati Wilhelm.

Das war keine Marketingentscheidung. Es war die natürliche Verlängerung einer Haltung, die wir sowieso schon hatten: Fang dort an, wo du wirklich etwas bewirken kannst. Bei den Menschen in deiner Umgebung. Den Familien, die Entlastung brauchen. Den Kindern, die vor der Schultür stehen ohne Frühstück im Bauch.

Unser SummerCamp machen wir inzwischen zum zehnten Mal – für 165 Familien und mehr als 350 Kinder. Eine Woche Auszeit für alleinerziehende, berufstätige Eltern. Wer mal dabei war – wer gesehen hat, was es bedeutet, wenn jemand eine Woche lang einfach nur Elternteil sein darf, ohne gleichzeitig alles andere auch noch zu stemmen – der weiß: das ist kein nettes Programm. Das ist ein Atemzug.

Das Projekt Pausi sorgt dafür, dass 70 Kinder an fünf Erfurter und zwei Jenaer Schulen täglich ein Pausenbrot bekommen. Kinder, die keins mitbringen können.

Das ist konkret. Das ist direkt vor der Tür. Und es passiert wirklich.

Ein Pausenbrot für ein Kind, das keins hat, ist wirkmächtiger als jedes Zertifikat. Nicht weil das eine das andere ersetzt. Sondern weil das eine ein Dokument ist und das andere ein Frühstück.

Und das Ökologische?

Ja, das gibt es auch. Wir nutzen das vielbeschworene Recyclingpapier im Büro. Wir fahren ältere, sauber gewartete Autos, weil man sie reparieren kann – und weil das eigentlich das Naheliegendste ist. Wir sind seit 2014 Teilnehmer am Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen. Bei Veranstaltungen arbeiten wir gegen sinnlosen Plastikmüll und Wegwerfkitsch: Regionale Produkte statt Weine aus Chile, wenn der Abend in Warschau stattfindet. Fisch nur da, wo das Meer vor der Tür ist – und bei uns in Thüringen heißt das eben Forelle und Bachsaibling. Weniger Buffet, weniger Fleisch, mehr Family Style, mehr vegetarisch und vegan.

Ich weiß auch: Ökologische Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen lässt sich nur dann wirklich durchziehen, wenn sie der gelebte Anspruch und die unternehmerische Realität des Kunden ist. Wenn sie gewünscht, verlangt und eingepreist wird. Sonst bleiben es einzelne Gesten. Nicht, das die falsch wären, aber….

Ein schönes Beispiel ist unser Kunde DKV Mobility: Ihr Messestand bei der Transport & Logistics Messe besteht auf einer Containerarchitektur – kein Einwegaufbau, kein Wegwerfmaterial, sondern eine Struktur, die denkt, sich mit bewegt und verändert. Diese Haltung zieht sich in alle Projektentscheidungen hinein. Das merkt man. Und damit lässt sich wirklich arbeiten – weil es kein Wunschdenken ist, sondern eine Vorgabe mit Konsequenz.

Wenn Nachhaltigkeit Struktur hat, kann sie auch Struktur geben.

Natürlich klappt das meiste dann doch nicht. Ich bin nicht nur Unternehmerin sondern auch Mutter, Mensch mit vollem Kalender – und ich kenne den Moment, in dem ich trotzdem zum Duschbad statt zur Kernseife greife. Weil es schneller geht. Weil das Leben gerade an zwanzig anderen Ecken zieht.

Fairantwortungsvoll heißt für uns: Wir fangen bei uns an, hören nicht bei uns auf und wir bleiben dran.

Wenn Sie wissen möchten, wie sich das in einer konkreten Veranstaltung umsetzen und erleben lässt, dann sprechen Sie uns an. Email

— Melanie

Über den Autor

Melanie Thurm

Melanie Thurm

Inhaberin & Kreativdirektorin. Visionär, mutig — und das Herz von DAS SCHWARZE SCHAF®.

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